Mit regenerativen Energien die Nebenkosten nachhaltig senken

20150408_MeinSolar_Zeitung Begonnen hatte alles mit einer Solarthermie-Anlage – also der Gewinnung von Warmwasser dank Sonnenenergie – vor über 30 Jahren, und fortan war die Neugierde von Michael Schöllkopf für regenerative Energien geweckt. Sein Hobby entwickelte er weiter. Er wurde Vorsitzender des aus der Lokalen Agenda hervorgegangenen Vereins Solardrom e.V. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „MeinSolar“ stellt Schöllkopf seine Anlagen nun selbst vor.
Die vierköpfige Familie Schöllkopf wohnt in einem 1936 erbauten und 1989 renovierten Haus in der Parkstraße – ein typisches Hockenheimer Wohngebäude also. „Wenn wir früher im Wohnzimmer saßen, dann konnten wir den Wind durch die geschlossenen Fenster spüren“, so erinnert sich Michael Schöllkopf zurück. Die Nebenkosten explodierten – es war Zeit zu handeln. Und so wurde das Haus wärmegedämmt und mit modernen Anlagen zur Energiegewinnung und -vermeidung ausgestattet.
Und das zahlte sich gleich in mehrfacher Hinsicht aus: Seit 1996 ist der Stromverbrauch von 7.000 auf 2.000 kWh gesunken und der Gasverbrauch von 3.500 auf 1.200 m³. „Ohne diese Maßnahmen müssten wir heute mehr als doppelt so hohe Nebenkosten zahlen wie 1996“, rechnete Schöllkopf vor. Sein großes Ziel – eine vollständige Unabhängigkeit von Energieversorgungsunternehmen – hat er zwar noch nicht erreicht, aber zumindest für 6 Monate im Jahr erzeugt er wesentlich mehr Wärme und Strom, als er und seine Familie verbrauchen. „Auf unter 1.000 kWh Stromverbrauch pro Jahr schaffen wir es aber bestimmt“, zeigte sich Schöllkopf zuversichtlich.
Gleich zwei Photovoltaik-Anlagen, eine davon auf der Nord-Ost Seite, eine Solarthermie-Anlage sowie eine Gas-Brennwert-Heizung machen das Haus zu einer High Tech-Anlage. Und wer rein ökologische Nebenkosten aufgebraucht wird“, so der selbständige Netzwerktechniker.
„Lohnt sich eine PV-Anlage heute noch?“, wollte eine interessierte Hockenheimerin wissen. Sie lohnt sich dann, wenn der Eigenverbrauch hoch ist. Wenn also der selbst erzeugte Strom möglichst selbst verbraucht wird. Tipps konnte hier Edeltraut Schöllkopf geben: „Ich habe die Waschmaschine so programmiert, dass sie vormittags – wenn die Sonne scheint – wäscht. Und bis ich nachhause komme, ist die Wäsche gewaschen und fertig zum Trocknen“. „Außerdem achte ich darauf die größeren Verbraucher nach einander zu nutzen und nicht alles auf einmal.“
Muss man ein Experte sein, um eine PV- oder Solarthermie-Anlage zu betreiben? Nicht unbedingt. Denn: am wichtigsten ist der Service vor Ort. „Nehmen Sie einen Handwerksbetrieb aus der Umgebung”, so die klare Botschaft des Vereinsvorsitzenden und nehmen Kontakt zum Verein auf.
Noch im Sommer will der Verein diese Reihe mit einer weiteren Veranstaltung weiterführen. PVAnlagenbesitzer oder mögliche Interessenten können sich gerne per kontakt@solardrom.info an den Vorstand wenden.

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