Energiewende selbst gestalten

Angesichts der drastisch gesunkenen Einspeisevergütung stellt sich wohl mancher Häuslebesitzer die Frage: lohnt sich die Anschaffung einer Solaranlage überhaupt noch? Mit „es kommt auf die Zielsetzung an“, dürfte man wohl am besten das Ergebnis der letzten MeinSolar-Veranstaltung des aus der Lokalen Agenda 21 hervorgegangenen Vereins Solardrom e.V. beschreiben.

2015_07_25 meinSolar
25.07.2015 meinSolar untere Mühlster

Bei Markus Fuchs hatte sich der Verein im Herzen Hockenheims eingefunden, um über seine Erfahrungen mit Solarenergie zu diskutieren. Vor über 15 Jahren hatte alles begonnen mit dem Betrieb einer Solarthermie- Anlage. Die Anlage produziert seitdem eifrig Warmwasser für zwei Wohnungen. Danach geriet das Thema „Solarenergie“ für Fuchs zunächst in Vergessenheit bis zu dem Ereignis, das wohl für viele eine Signalwirkung hatte: die Ereignisse von Fukushima.

„Fukushima verbunden mit der Geburt unseres zweiten Kinders haben mich sehr nachdenklich gestimmt“, räumte Fuchs offen ein. Entsprechend wollte auch er etwas tun und beschloss den Kauf einer PV-Anlage, die seitdem eifrig Solarstrom auf dem Dach des Elternhauses produziert.

Auch in seinem Wohnhaus in der Unteren Mühlstraße wurde eifrig nachgerüstet: Vollwärmeschutz, Dachdämmung und Solarthermie machen aus dem 60er Jahre Haus zwar kein Passivhaus, dennoch ist der Verbrauch spürbar gesunken: „Der vorhergehende Mieter brauchte anstelle von 3.000 Liter Öl nur noch 1.600 Liter. Seit unserem Einzug verbrauchen wir im Schnitt circa 1.000 Liter jährlich“, so Fuchs. An Strom verbraucht die vierköpfige Familie circa 2.100 Kilowattstunden und liegt somit bei weniger als der Hälfte des bundesdeutschen Durchschnitts.

„Lohnt sich denn eine Solarthermie-Anlage zur Warmwassergewinnung?“, wollte ein Interessent wissen. „Mir ist es wichtig, vom Frühling bis Herbst kostenlos Warmwasser zu bekommen“, so Fuchs. Zusammen mit dem Betrieb eines Holzofens hat er damit erreicht, dass die Heizungsanlage mit Ausnahme der kalten Wintermonate fast vollständig ausgeschaltet bleibt. Dabei stehe für seine Familie weniger das Kostensparen im Vordergrund sondern der Wunsch, die Umwelt möglichst wenig zu belasten.

„Bei einem Kauf eines Autos fragen wir uns ja auch nicht, welche Rendite sich damit erzielen lässt“, so der Vorsitzende Michael Schöllkopf abschließend. Ein sicherlich gewagter und dennoch berechtigter Vergleich. Denn: wer die Energiewende aktiv mitgestalten will, so Schöllkopf, der wird an der Solarenergie kaum vorbeikommen: „Vergessen Sie die Einspeisevergütung und verbrauchen Sie den selbst produzierten Strom selbst. Damit sparen Sie rund 24 Cent pro Kilowattstunde – den Preis, den Sie bei Ihrem Energieversorger zahlen müssen“.

Im September will der Verein diese Reihe mit einer weiteren Veranstaltung weiterführen. PV-Anlagenbesitzer oder mögliche Interessenten können sich gerne per kontakt@solardrom.info an den Vorstand wenden.

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