Solardrom e.V. bei einem Solar-Pionier

„Mit der Familiengründung kam der Wunsch auf, den ökologischen Fußabdruck zu verringern“, so Stefan H. F. Barth zur Begründung, warum er sich 2002 eine Photovoltaik-Anlage auf seinem Haus in der Hubertusstraße installieren ließ. Und damit dürfte er einer der ersten Pioniere gewesen sein, die in der Rennstadt Hockenheim auf die damals noch relativ neue Technologie setzten.

2016-04-09-meinSolar-GruppenfotoIm Rahmen der Veranstaltungsreihe „MeinSolar“ hatte der aus der Lokalen Agenda 21 hervorgegangenen Verein Solardrom e.V. zu dieser Besichtigung eingeladen, und Vorsitzender Michael Schöllkopf konnte eine kleine aber interessierte Zuhörerschaft begrüßen.

„Trotz gültiger Gesetze stieß ich auf viele Hürden; keiner wollte etwas mit der Photovoltaik zu tun haben“, so Barth rückblickend. Zunächst von der Nachbarschaft noch kritisch beäugt, hat sich die Anlage seitdem bewährt und produziert rund 2.500 Kilowattstunden jährlich. Trotz der damaligen hohen Einspeisevergütung hat sich die Anlage aber auch nach 14 Jahren noch nicht rentiert, und die Gewinnschwelle wird erst in einigen Jahren erreicht werden. Doch die Rentabilität war eben nur zweitrangig. „Ich war schon immer fasziniert, dass man aus Licht umweltfreundlich Strom produzieren kann“, so der Immobilienfachwirt. Und das wollte er fördern.

Die anfänglichen Probleme haben sich inzwischen erledigt. Und Probleme bei der Anlage gab es lediglich einmal, als der Wechselrichter erneuert werden musste, und erst nach langem Suchen ein fachkundiger Hockenheimer Elektriker gefunden werden konnte. „Eine Erfahrung, die viele Anlagenbesitzer gemacht haben. Das war ja auch ein Grund der Vereinsgründung, um so ein Netzwerk von Fachleuten und Ansprechpartnern aufzubauen“, so der Schöllkopf.

Dass das Erneuerbare Energien-Gesetz aus Sicht des Vereins ein Erfolg ist, das zeige sich schon allein daran, dass sich die Rentabilität der Anlagen nicht wirklich verändert habe: den stark gekürzten Einspeisevergütungen stehen Effizienzsteigerungen und deutlich geringere Anschaffungskosten gegenüber. So kann sich auch heute noch eine Anlage lohnen, wenn der Strom weitgehend selbst verbraucht wird.

„Was mache ich mit der Anlage, wenn ich sie entsorgen muss?“, wollte Robert Marquardt aus Reilingen wissen. Hier konnte Schöllkopf auf das Entsorgungsprogramm der AVR verweisen, die die Module fachmännisch entsorgt.

Trotz aller Erfolge blickt man von Seiten des Vereins wenig optimistisch in die Zukunft. „Mehr und mehr laufen uns andere Nationen wie die USA aber auch China den Rang bei den nachhaltigen Energien ab. Und wenn wir das Klimaschutzabkommen von Paris ernst nehmen, dann muss dieser Trend umgekehrt werden“, so der stellvertretende Vorsitzende Oliver Prahl. Und Stefan H.F. Barth bemängelte abschließend, dass mit jeder Bundesregierung Änderungen am Energie Einspeise-Gesetz vorgenommen wurden, die das Gesetz inzwischen unnötig komplex und undurchsichtig machten.

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