Kraftwerke vom Balkon

Michael Schöllkopf der Vorsitzende des Verein Solardrom e.V. freute sich über den regen Zuspruch der letzten Veranstaltung in diesem Jahr. Das Interesse war groß und der Andrang auf dem Vorplatz der Stadtbibliothek dem entsprechend. Mehr als 45 Personen standen vor und hinter dem Solarmodul dicht gedrängt und lauschten dem Vortrag „ Kraftwerke vom Balkon“.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Energiewendetage 2018 des Landes Baden-Württemberg satt, dies zeigte sich auch anhand der angereisten Gäste aus der nahen Region und den Nachbargemeinden.

Nach einer kurzen Vorstellung des Vereins und der lokalen Agenda, ging es dann los mit dem Beitrag. Michael Schöllkopf erläutertet zunächst was allgemein unter einem Balkonkraftwerk zu verstehen ist. Außerdem erklärte er den Unterschied zu den bekannten Anlagen in Gärten ohne Stromanschluss. Besondere das Potenzial der Kleinstanlagen erstaunte doch etliche Zuhörer. Bis zu 10 % des Eigenverbrauchs kann damit selbst erzeugt werden und ist somit auch ein echter Nutzen für die Umwelt, die Module erzeugen den Strom CO2 frei und lassen die Stromrechnung dann auch etwas kleiner ausfallen.

Danach kamen dann gleich die ersten Fragen zum Einsatz, was man beachten muss, ob die Geräte sicher sind und wie das ganze eigentlich funktioniert. Auch das Thema bürokratische Hürden, Vorschriften usw. wurden angesprochen. Um es Vorweg zu nehmen der Einsatz der Module ist legal. Es gibt keine Gesetze, die dem Betrieb eines steckbaren Solar-Gerätes entgegen stehen, wenn diese und ihr Betrieb den allgemein anerkannten Regeln der Technik (a.a.R.d.T.) entsprechen. Dies wurde bereits 2015 vom BMWi bestätigt.

Anhand eines handelsüblichen PV-Moduls erläuterte der Vorsitzende die Funktionsweise und Bestandteile der Anlage. Modul, Wechselrichter, Montagegestell und Anschlusskabel mehr braucht es nicht, um Energie zu erzeugen. Die Besucher konnten sich hautnah an dem vorbereiteten Netzaufbau mit Leistungsmessgeräten überzeugen und dank des schönen Wetters, anschaulich den Energiefluss begutachten.

An dieser Stelle, vielen Dank an Herr Reif von der Stadtbibliothek für die gute Zusammenarbeit.

Zum Thema Kosten verwies der Vorsitzende auf eine Produktdatenbank im Internet. Hier gibt es bereits ab 400,- Euro steckfertige Module zu kaufen, die sich dann auch bereits je nach Ertrag und Verbrauch in 6-10 Jahren rechnen. Bei einer Laufzeit von 20-25 Jahren durchaus rentabel.

Aber den meisten Besuchern ging es gar nicht darum, hier stand eher ein stückweit Unabhängigkeit und Ihren persönlichen Beitrag zum Umweltschutz im Vordergrund. Der ein oder andere hätte auch gerne gleich ein Kraftwerk mit genommen, aber der Verein berät nur und verkauft nichts, erläuterte Michael Schöllkopf.

Nach vielen weiteren Fragen und Gesprächen endet die Veranstaltung gegen 13:00 Uhr.