Erdbeer-Setzlinge verbieten?

Ein toller Presse-Bericht des Initiativkreises Energie-Kraichgau E.V. zu den Plänen der BNetzA:

Die Fachabteilung für Obstanbau der Bundesregierung,genannt Obst-Anbau-Agentur (OAA) schlägt vor, den Verkauf von Erdbeer-Setzlingen zu verbieten.

Als Grund dafür wird genannt, dass immer mehr Menschen frische und schmackhafte Erdbeeren im eigenen Garten anbauen und diese dann selbst verzehren. Das schadet natürlich den großen, industriellen Erdbeeranbau-betrieben.

Dass die selbst angebauten Erdbeeren schlechter wären als die von den industriellen Anbauern, wird allerdings nicht behauptet. Erdbeere ist in diesen Fall einfach Erdbeere.

Da nach dem Bekanntwerden dieser Pläne mit großem Aufruhr der vielen Tausenden Kleingärtner gerechnet werden muss, hat sich die OAA Ausnahmen ausgedacht, um immer noch Erdbeer-Setzlinge neu einpflanzen und vorhandene Erdbeer-Stöcke weiter nutzen zu können. 

In diesen Fällen, bei denen also nach der Ausnahmeregel weiterhin eigene Erdbeeren geerntet werden dürfen, müssen diese selbst gehegten und geernteten Erdbeeren jedoch komplett zu einem niedrigen, staatlich festgelegten Preis von 10 ct/SE (Standard-Erdbeere) an die örtlichen Obstgroßhändler verkauft werden. Wer dann selbst Erdbeeren verzehren möchte, kann diese beim gleichen Obstgroßhändler zum derzeitigen Marktpreis von rund 30 ct/SE wieder einkaufen. Als Bonus dafür, dass der Kleingärtner zuvor die eigenen Erdbeeren abgeliefert hat, erhält er einen großzügigen Preisnachlass von 2 ct/SE auf den Marktpreis von 30 ct/kWh. 

Alternativ soll auch die Möglichkeit angeboten werden, die eigenen Erdbeeren zum Marktpreis von 30 ct/SE zu verkaufen und diese dann für den gleichen Preis auch wieder zurückzukaufen. Allerdings wird dann zusätzlich eine Obst-Markt-NutzungsGebühr (OM-NG) in Höhe von 14,60 € pro Erdbeer-Stock und Monat fällig, das sind 175,20 € pro Jahr. Wer also 10 Erdbeer-Stöcke sein Eigen nennt, was eine gängige Anzahl bei den Kleingärtnern darstellt, zahlt bei dieser Möglichkeit 1.752,- € pro Jahr an seinen örtlichen Obstgroßhändler.

Mit diesem Vorschlag ist sich die OAA sicher, das Weiterbestehen der großen, industriellen Erdbeeranbaubetriebe zu garantieren und damit den Erdbeer-Markt voll im Griff zu behalten, und gleichzeitig sehr attraktive Möglichkeiten für die Kleingärtner geschaffen zu haben, die es nicht lassen können, selbst Erdbeeren anzubauen.

Diesem Gesetzes-Vorschlag muss noch der Bundestag im Herbst 2020 zustimmen, damit es zum 1. Januar 2021 in Kraft treten kann. 

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Wer nun glaubt, die Geschichte sei FAKENEWS, der ersetzte im Text:
– OAA durch BNA (Bundes-Netz-Agentur),
– Erdbeer-Setzling durch Neue Solarstromanlage,
– Erdbeer-Stöcke durch Ü-20 Solarstromanlage,
– Erdbeeranbaubetriebe durch Stromkonzerne
– Obstgroßhändler durch Netzbetreiber und
– SE durch kWh

und er erhält den Gesetzesvorschlag der BundesNetzAgentur mit dem Titel 
MARKTINTEGRATION AUSGEFÖRDERTER UND NEUER PROSUMERANLAGEN  vom 16.06.2020

Autoren: Sandra Hannapel, Jan Sötebier, Peter Stratmann
Referat für Erneuerbare Energien in der Bundesnetzagentur

(Text: Klaus Schestag)

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