Was passiert mit einer Ü20-Anlage?

Robert Moock stellt seine PV-Anlage vor / Stadtwerke zahlen für Altanlagen mehr
Robert Moock vor seiner PV Anlage

Seit September 2001 haben Gaby und Robert Moock in der Herderstraße eine Photovoltaikanlage (PV) und dürften damit mit zu den Sonnenernte-Pionieren in Hockenheim gehören. Was nach dem Ende der 20jährigen Förderung passiert, das stellte Robert Moock bei der jüngsten online-Veranstaltung des Vereins Solardrom e.V. vor. Denn auch wenn die Förderung abläuft: Strom produziert die Anlage natürlich weiterhin. Und das ganz nachhaltig.

Rund 4.500 Kilowattstunden produzierte die Anlage im abgelaufenen Jahr. Entsprechend der damaligen Regelung wird der Strom vollständig ins Netz eingespeist zu einem garantierten Abnahmepreis. Zum Ende dieses Jahrs wird dieser auf den sehr viel niedrigeren börsennotierten Strompreis für regenerativ erzeugten Strom sinken. „Wir wollen unsere Anlage auf Eigenverbrauch umstellen, und nur noch den überschüssigen Strom ins Netz einspeisen“, so Moock, der damit auch sein Elektroauto betanken möchte. Und die Planungen zum Kauf eines Stromspeichers laufen bereits, so dass eine Eigenverbrauchsquote von über 50% locker möglich sein sollte.

Stadtwerke zahlen für Altanlagen mehr

Für die Zuhörer hatte der Vereinsvorsitzende Michael Schöllkopf eine Überraschung parat. Denn dank einer Vereinbarung mit den Stadtwerken Hockenheim zahlen diese für den eingespeisten Strom der Ü20-Altanlagen anstatt der üblichen zwei bis vier Cent sogar sieben Cent – vorausgesetzt der Anlagenbesitzer ist Kunde der Stadtwerke mit einem Öko-Stromtarif. Dazu Schöllkopf: „Das ist eine großzügige und freiwillige Leistung. Für mich beweist dies den Stellenwert, den die Stadtwerke Hockenheim sowohl ihren Kunden als auch dem Thema ‚Erneuerbare Energie‘ beimisst“.

„Bisher gab es keinerlei Schäden, und auch ansonsten waren keine Wartungsarbeiten notwendig“, so Robert Moock zum Abschluss seines Vortrags. Lediglich die Wechselrichter hätten zweimal ausgetauscht werden müssen, was angesichts des Alters der Anlage und dem damaligen Stand der Technik als normal bezeichnet werden kann. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit wurden die defekten Wechselrichter durch gebrauchte Geräte ersetzt, was nach Aussage von Michael Schöllkopf üblich sei.

Auch Tauben lieben Solaranlagen

In der abschließenden Diskussionsrunde brachte ein Teilnehmer einen „tierischen“ Beitrag vor: Tauben, die mit ihren Hinterlassenschaften eine PV-Anlage verdrecken und somit den Ertrag deutlich reduzierten. Was man dagegen tun könne, darauf hatte auch Michael Schöllkopf keine Antwort parat. Also will man sich mit Naturschutzverbänden in Kontakt setzen in der Hoffnung auf eine natürliche Lösung.