PV- Energie vom Dach

100 kWp PV-Anlage soll zur Eigenversorgung verwendet werden.

Bereits von außen ist sichtbar, dass das neue Pflegeheim im Biblis große Fortschritte macht. Doch beim Bau wurde nicht nur an die Patienten selbst gedacht, auch der Gedanke der Nachhaltigkeit spielte eine Rolle.

Bereits in der Planungsphase hatte der Vorsitzende des Vereins Solardrom e.V., Michael Schöllkopf, das Gespräch gesucht, um für den Bau einer Photovoltaikanlage (PV)-Anlage und die Berücksichtigung von Ladestationen für Elektrofahrzeuge zu werben. Mit dem Geschäftsführer der Heberger Gruppe, Christian Hildenbrand, hatte er dazu einen kompetenten Gesprächspartner gefunden, dem das Thema Nachhaltigkeit wichtig ist und sich sofort bereit erklärt hatte, als Bauträger die notwendigen baulichen Maßnahmen in die Planung einfließen zu lassen.

Einen ersten Blick auf die fast fertige PV-Anlage und die Ladestationen für Elektrofahrzeuge konnten Michael Schöllkopf und Martin Trinler von der Hockenheimer E-Mobilitäts Gruppe werfen. Mit dabei war auch der Vorstand der Stuttgarter Wohnungsbaugesellschaft FLÜWO Bauen Wohnen eG, Rainer Böttcher, als Besitzer des Pflegeheim-Gebäudes.

PV-Teilanlage auf dem Dach der Wohneinheit

Mit knapp unter 100 Kilowatt Peak – es können also weit mehr als 100.000 Kilowattstunden Strom Jahr für Jahr erwartet werden – soll die PV-Anlage genügend Energie liefern, um mindestens 40% des erzeugten Solarstroms im Pflegeheim selbst zu verbrauchen. Mit dem Betanken von Elektrofahrzeugen soll dieser Anteil weiter erhöht werden.

Aufgrund der sich stetig ändernden Rahmenbedingungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) war es nicht einfach, ein geeignetes wirtschaftliches Konzept für den Betrieb der Anlage zu finden. Doch dank der Unterstützung von Seiten des Vereins Solardrom e.V. und dessen Vorsitzenden konnte ein tragfähiges und wirtschaftliches Model erarbeitet werden.

Den Klimawandel mit im Blick, bei der Gebäudetechnik.

„Wir danken der FLÜWO Bauen Wohnen eG und insbesondere Herrn Böttcher für die Offenheit gegenüber den erneuerbaren Energien und des vorgeschlagenen Konzepts. Gerade im Hinblick auf den Klimawandel ist es wichtig, alle Möglichkeiten zu nutzen, um Energie und Ressourcen zu schonen“, so Michael Schöllkopf. Das werde auch deutlich durch die weitere Technik im Gebäude. Die Pelletheizung, die das Gebäude mit Wärme versorgt, das Regenwasser, das komplett vor Ort versickert und die Dachbegrünung unterhalb der PV-Anlage. Daher sei es nicht verwunderlich, dass das Gebäude auch als Vorzeigemodell und Vorlage für weitere Gebäude der Genossenschaft dienen soll.

E-Mobilität von Anfang an mit ein geplant.

Aber auch für den zukünftigen Pflegeheim-Mieter, die Pflegezentrum Hockenheim GmbH von Manuela Offenloch, wird das Thema Elektromobilität sehr spannend, da die Alltagserfahrungen für die neue Fahrzeugflotte erst noch gesammelt werden müssen. „Im Schnitt sind die Fahrzeuge des Pflegezentrums und für die Kranken- und Altenpflege etwa 40 Kilometer täglich unterwegs. Es war also naheliegend für uns, in Elektrofahrzeugen zu investieren“, so Manuela Offenloch.

Um für das Aufladen möglichst viel selbst erzeugte Sonnenenergie zu nutzen, müssen die Aufladestopps geplant und koordiniert werden. Ein spannendes Thema, das der Verein Solardrom e.V. gerne begleitet, um die Erfahrungen, die sich aus dem Konzept ergeben, zu dokumentieren und diese auch für andere Projekte anzuwenden.

„Auf alle Fälle ist ein weiterer Schritt erreicht worden, Hockenheim zu 100% mit erneuerbaren Energien zu versorgen und eine ansonsten ungenutzte Dachfläche in ein sinnvolles aktives Bauelement umzuwandeln“, so Schöllkopf abschließend.