Strategie-Konzept 2030

100 % Stromversorgung mit Erneuerbaren
Energien bis 2030

Seit zehn Jahren ist Michael Schöllkopf Vorsitzender des Vereins Solardrom e.V. und hat in der Zeit mit viel Kraft und Kreativität und in unzähligen Gesprächen für einen Solarboom in Hockenheim gesorgt. Denn mit rund 15 Gigawattstunden Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien liegt Hockenheim über dem Bundesdurchschnitt.

Doch die Kehrseite der Medaille: damit werden in Hockenheim gerade einmal 5,5% des gesamten Primärenergieverbrauchs von 272 Gigawattstunden (inklusive Gas und Strom, aber ohne Kraftstoffe, Heizöl und Holz) nachhaltig erzeugt. „Oder anders ausgedrückt: wenn wir in Hockenheim die Energiewende schaffen wollen, dann brauchen wir dringend Konzepte, um die verbleibenden 94,5% durch regenerative Energien zu ersetzen“, so Michael Schöllkopf.

Seit Ende der 70er Jahre beschäftige er sich mit dem Thema Erderwärmung. Doch anstelle sich länger auf die Politik zu verlassen, hat er nun das Heft des Handels selbst in die Hand genommen. In einem 18-seitigen Konzept hat er nun einen Weg aufgezeigt, wie die Energiewende auch in Hockenheim gelingen kann, um das im Pariser Klimaschutzabkommen festgelegte Ziel einer maximalen 1,5 Grad Erderwärmung für Hockenheim umzusetzen.

Als Schlüsselpartner sieht Schöllkopf dabei die Stadtwerke Hockenheim, mit der er sich in den letzten zwölf Monaten intensiv beschäftigt und ausgetauscht hat. Das bisherige Geschäftsmodell der Stadtwerke sieht er nur noch als bedingt zukunftsfähig an, vielmehr sollten sich alle Geschäftsprozesse und Aktivitäten am Thema CO2-freie Stadtwerke orientieren und ausrichten. „Die Umstellung des derzeitigen Energiesystems ist keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit, die völkerrechtlich verbindlich geregelt ist“, so Schöllkopfs Appell an die Stadtpolitik, an die er sein Konzept gerichtet hat.

Ziel soll es sein, einen möglichst hohen Anteil der Erzeugungskapazitäten vor Ort und regional durch den Aufbau entsprechender Anlagen abzubilden. Um eine hohe Akzeptanz zu erreichen, sieht er die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger Hockenheims als zwingend erforderlich an.

Als wichtigste Maßnahme sieht Schöllkopf den Ausbau der Solarenergie. Denn allein durch die Nutzung der Hockenheimer Dächer könnte der Anteil regenerativ erzeugter Energien in Hockenheim verfünffacht werden. Weiterhin spricht er sich für Freilandanlagen aus, wie sie bereits der Hockenheimring auf den Tribünendächern und das Aquadrom vorgemacht haben.

Aber auch weiterhin werden die Stadtwerke auf den Energie-Zukauf angewiesen sein. Denn weder mit Windkraft, noch mit Biomasse, Wasserkraft oder Geothermie könnte die notwendige Energie vor Ort gewonnen werden. Dazu Schöllkopf: „Wir werden auf absehbare Zeit auf die Vernetzung und Fremd-Versorgung angewiesen sein. Aber indem wir als Stadt selbst Energie erzeugen, können wir einen Beitrag zur Stabilisierung des Energiesystems und dessen Preisen für die Hockenheimer Bürgerinnen und Bürger leisten“.

Durch Partnerschaften mit anderen Energieerzeugern, in Investitionen in Erneuerbare-Energie-Anlagen in der Region, sowie über Einsparung, Optimierung und technische Weiterentwicklungen sieht der Autor weitere Möglichkeiten. Schöllkopf hofft nun auf eine intensive Diskussion mit den politischen Handlungsträgern der Stadt. „Wir haben das Wissen, die Möglichkeiten und die Techniken, etwas zu ändern und dabei auch noch etwas Positives daraus zu entwickeln“, so der Appell.